"mmh..." mechthild meint heute: Ausgebrannt und Atemlos. Burnout von Amts wegen?

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Heute ist „Zweikönigstag“. Ja, richtig gelesen, denn der Dritte hat abgesagt. „Nein, ich komme nicht mit, ich kann nicht, bin zu erschöpft.“ Zuviel Weihnachts-Feiertags-Stress. „Ihr schafft das auch ohne mich.“ Kluge Entscheidung des Weisen, oder? Nun ja, ich weiß, wenn jeder das machen würde. Aber jeder weiß auch: Es tut gut, mal nein zu sagen. Gerade jetzt, nach Weihnachten und besonders im Pfarramt. 

Denn schon fliegt die Sieben-Tage-Woche wieder atemlos dahin. Schnell droht der Burnout, das Ausbrennen quasi von Amts wegen: Predigtamt, Seelsorgeamt, Lehramt, Geschäftliches rund um Bauen, Beratung und Management, all das will erledigt sein. Dazu stets ein fröhliches Wort auf den Lippen und ein flottes Angebot im Ärmel, fürs Krabbelkind bis zum Alzheimerkreis. 

Wer kann das schaffen? In manchem Pfarrkalender stehen Termine wie bei Topmanagern, selbstredend ohne deren Gehalt und Gehilfen. Ja, sicher ist unser Beruf anders. Er ist nicht zu machen ohne Berufung, Begeisterung und das Brennen für Gott und die Menschen. Und dafür lässt der Pfarrberuf auch große Freiheiten.

Aber ebenso sicher ist: Jede/r fünfte im Amt ist von Burnout betroffen, die Dunkelziffer ist hoch. Viele glimmmen allenfalls noch im Glauben, fühlen sich längst unfrei im Talar, „funktionieren“ nur noch. Kaum hat 2012 angefangen, geht es schon wieder um neue Schwerpunkte, Strukturen, Strategiepapiere, Stellenbudgets und Portfolioanalysen. Wie umgehen mit all den Anforderungen – auch an sich selbst? 

„Weihnachten sechs Gottesdienste gehalten und bis sechsten Januar keinen Tag frei“, klagt eine befreundete Kollegin. „Aber über 60 Stunden sind´s ja immer.“ Stöhnen zwischen Stolz und Stress, ich kenne das selbst nur zu gut. Rechtfertigung allein aus Arbeit.

„Eine Glorifizierung der Überarbeitung in der Kirche“, beobachtet Hans-Friedrich Stängle, Leiter des Hauses respiratio auf dem Schwanberg. Respiratio ist Programm: Überarbeitete, gehetzte SeelsorgerInnen lernen hier, aufzuatmen, sorgen sich oft zum ersten Mal seit Jahren wieder um die eigene Seele und den fast vergessenen Körper. 

Es geht ums bessere Planen, um echte „Pfarrer-Sonntage“, um die Kunst, lassen zu können und gelassen zu werden. Um beten, meditieren oder malen statt gleich in der Frühe zu mailen. Kurzum: Aufatmen statt Ausbrennen. Demnächst erscheint auch ein Buch mit Tipps gegen den Pfarrer-Burnout. 

Mein Tipp zum „Zweikönigstag“: Vom dritten Weisen lernen! Oder wie ist euer Königsweg? 

Wie sind Eure und Ihre Erfahrungen

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Bleiben Sie frech und fröhlich. 

Ihre Mechthild Werner

P.S. Spannende Diskussion, brennendes Thema. Siehe unter responses.

Neben der respiratio braucht es auch inspiratio der Landeskirche. 

"Synode und Kirchenleitung dürften nicht auf Kosten des Personals sparen. Wenn Stellen gekürzt werden, das Arbeitspensum aber gleich bleibe, ebne dies dem Burnout den Weg."

Meint der Leiter des Hauses respiratio, Stängle. Artikel der Süddeutschen am 10.12.2011 "Müde Hirten". Link zum SZ Archiv.

Foto: LoKiLeCh wikipedia gnu free

 

Schlagworte: Burnout