protestantisch pfälzisch profiliert http://evkirchepfalz.posterous.com Most recent posts at protestantisch pfälzisch profiliert posterous.com Thu, 24 May 2012 23:00:00 -0700 "mmh... mechthild meint heute": (K)ein bisschen Frieden. Der Demokratie-Contest. http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-kein-bisschen-fried http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-kein-bisschen-fried

Paragraphen_small
Morgen abend ist es wieder soweit: Ta ta tatata ta taaa ta. Die Hymne zum Eurovision Song Contest. Diesmal wird Roman Lob den Tadel einfangen, wenn es nicht wie bei Lena oft genug heißt „10 Points for Germany“. Aber eins scheint klar, „0 Points for Democracy“. Das sagen kritische Stimmen über Aserbaidschan. Menschenrechte fordern, Boykott oder nicht Boykott, so tönt seit Monaten ein vielstimmiger Chor.

Sing for Baku“, hieß der Alternativcontest dieser Tage. Auf allen großen Plätzen verboten, traf man sich in einem Club und letztlich im kleinen Kreis. Der war sich allerdings einig: „Sing for Democracy“, für freie Menschen, für die Pressefreiheit. 

Man wolle den Contest nutzen, um die hässliche Seite hinter den Fassaden zu zeigen, meinen unter anderen die Reporter ohne Grenzen, Doch die meisten sind längst anderweitig unterwegs, berichten von der Crystal Hall, von Proben und Pressekonferenzen mit schönen Menschen. Kein Wunder, denn dafür sind sie ja gekommen.

Wer will schon mit dem Stadtplan von Human Rights Watch durch Baku schlendern: „Guck mal, wieder ein Gefängnis. Da gehen wir gleich mal rein und machen uns ein Bild.“ Andererseits. Muss man in einer Halle singen, an deren Stelle vor kurzem Menschen aus ihren Häusern vertrieben wurden, in einem Land, das Freiheit eher aus Songtexten kennt? 

 “We don’t need Eurovision, we want Democracy!” singen darum die Kritiker des schönen Scheins in Aserbaidschan. „We want it all“, meinen andere und setzen auf den Demokratieschub. Und da ist sie wieder, die Jetzt-nicht-Jetzt-erst-recht-Debatte. 

Warum finden mediale Großereignisse eigentlich immer in Demokratiefreien Zonen statt, zumindest gefühlt? Nun ja, in über 100 Ländern werden, nach jüngsten Angaben von Amnesty International, Menschenrechte verletzt. Allein beim Songcontest gäbe es als potentielle „12-Points-Winner“ Albanien, Armenien, Bosnien-Herzegowina, und - das gab´s schon mal – Russland und die Ukraine als Ausrichter. Der Europäische Dauer-Demokratie-Contest.

Apropos. Es soll ja Fußball gespielt werden in der Ukraine, aber gehen wir hin? Jein. Denn das Land hat ein Demokratiedefizit. Bekanntermaßen schon lange. Doch wenn internationale Scheinwerfer auch jenseits der Stadien Flutlicht setzen, muss debattiert werden. Einerseits. Aber andererseits, was bringt´s? Geht’s um Politik, um´s Geschäft, um den Sport, die Musik oder gar die Menschen? Das ist kaum auseinander zu halten. Und was bleibt, wenn die Spots wieder ausgeschaltet sind...

"Light your fire" heißt jedenfalls das Motto in Baku. Hoffentlich wird es Menschen geben, die den Mund aufmachen, die brennen für mehr Gerechtigkeit. Aber zuallererst hoffe ich auf Musik. Musik, die Menschen zusammenbringen kann. Gänsehaut beim Ta ta tatata ta taaa ta. Und vielleicht wird es bei aller glatten Show einige magische Momente geben, beinahe religiöse Gefühle.

Ach ja, das Wort zum Sonntag vor dem Contest gehört ebenso dazu wie die Reeperbahn-Party. Traumquote und Lampenfieber inbegriffen. Ich schwitze heute noch. 2003 stand ich live in Istanbul. Der deutsche Max sang „just can´t wait until tonight“. Tomorrow night singt Roman „standing still". Und manches scheint tatsächlich still zu stehen. Denn worüber habe ich in der Türkei gesprochen? Über Menschenrechte. Und die Freude am Singen. Bei Nora Steen wird es morgen ähnlich klingen. 

Wie klingt euer Wort zum Samstag - sing for Baku? 
Worte direkt hier unten im Blog

Bleibt frech und fröhlich
Eure Mechthild Werner

 

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Thu, 17 May 2012 22:00:00 -0700 "mmh... mechthild meint heute": Den Aufbruch wagen. Nur wohin? http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-den-aufbruch-wagen http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-den-aufbruch-wagen

Rucksack

Der Rucksack ist gepackt. Die Katholiken sind los. Noch bis Sonntag proben über 30.000 Menschen in Mannheim den Aufstand, nein, erst mal den Aufbruch... 

Also eins vorweg, ich kann den Katholikentag nicht kommentieren. Denn ich bin protestantisch. Für oder gegen etwas einzutreten, klar Ja oder Nein zu sagen, dieser Protest liegt mir im Pfälzer Blut. Meine Kirche weiß das. Nach meinem ersten Wort zum Sonntag, zum Ausstieg der Caritas aus der Schwangerenberatung, hörte ich: Du sollst dich nicht einmischen in katholische Angelegenheiten. Zumindest nicht öffentlich.

Ist das sinnvoll? Jein. Klar, einerseits steht es uns nicht an, inner-
katholische Debatten zu führen. (Zumal wir selbst mit einigen ungelösten Themen schwanger gehen.) Doch andererseits: Wir sind Geschwister, sind eines Glaubens, wenn auch nicht immer einer Gesinnung. Oftmals werden wir in der Öffentlichkeit schlicht als „die Kirche“ wahrgenommen. Sprich: Jeder hat sein Ränzel zu schnüren, aber wir tragen auch miteinander einen Rucksack. Und ein Aufbruch mit leichtem Gepäck, oh ja, der täte not.

Doch der Rucksack ist vollgestopft mit Themen: schwindelnde Austrittszahlen, schwindendes Vertrauen nach den Missbrauchsfällen, Priestermangel, mangelhafte Priesterausbildung. Was tun? Laien und Frauen stärken, Sexualmoral und Zölibat prüfen. Gähn, seit Jahrzehnten nichts Neues.

Und in Mannheim also erneut. Angeblich soll keine Frage ausge-
klammert werden, aber viele sind von Rom bereits klar beantwortet. Nein für Frauen im Priesteramt etwa. Solche Themen sollen gar nicht erst ausgepackt werden, mahnt Bischof Franz-Josef Overbeck

Aufbruch also ausgeschlossen. Darf der Katholikentag reden, hat aber nichts zu sagen? Nein, ich kann das nicht kommentieren, aber einige katholische Protestanten zitieren: 

Die Reformverweigerung werde mit Gerede überspielt, meint nicht nur Dauerkritiker Hans Küng. Der Dialogprozess solle weitergehen, aber hat er bereits begonnen? Von wegen mehr Kirchenvolk wagen. Man habe nach wie vor „Dialog und das Evangelium nicht richtig verstanden“, meint Christian Weisner von der Bewegung „Wir sind Kirche“.

Für den Saarbrücker Theologie-Professor und Ex-Priester Gotthold Hasenhüttl ein Grund, gar nicht erst nach Mannheim zu fahren, denn die Lage sei „irgendwo zum Verzweifeln.“ Der Aufbruch der Kirche gehe zurück in die Zukunft. Die päpstliche Forderung nach „Entweltlichung“ scheint das zu bestätigen. 

Just 50 Jahre nach dem Zweiten Vatikanum sei „Rom eine Retrokirche“ beklagt Helmut Schüller aus Österreich und ruft auf dem alternativen Katholikentag erneut zum „Ungehorsam“ auf. Friedhelm Hengsbach setzt gar auf „Kirchen-Piraten“, um den Aufstand zu proben und die Reformation voranzutreiben. 

Apropos. Ausgerechnet der vatikanische "Ökumene-Kardinal" Kurt Koch forderte jüngst ein Schuldbekenntnis und sprach von der „Sünde“ der Reformation, die man nicht feiern könne. Ein Grund mehr, unsere katholischen Geschwister 2017 einzuladen, damit sie ihre evangelischen Schätze wieder entdecken – ganz unten im Rucksack. 

Auf Ökumene, und zwar auf Augenhöhe, setzt jedenfalls der Badener Landesbischof Ulrich Fischer. Er fordert in Mannheim ein „gemein-
sames Glaubenszeugnis“ in der Welt. Eine gut evangelische Erinnerung: „Geht hin in alle Welt.“ Und die ist längst polyglott, multikulturell und multireligiös. Wie in Mannem. Wo ist da unsere christliche Stimme, und wer versteht sie noch? 

Reden wie alle Welt und doch von einer anderen Welt. Von Gerechtigkeit und Frieden und einer bewahrten Schöpfung. Es gäbe genug zu sagen. Genug zu beten. Genug zu tun. Jenseits aller konfessionellen und kirchlichen Selbstbefriedigung. Mit leichtem Gepäck...

Den Aufbruch wagen. Nur wohin?
Aufregungen und Anregungen gleich hier unten ... 

Bleibt frech und fröhlich
Eure Mechthild Werner

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Thu, 10 May 2012 23:00:00 -0700 "mmh... mechthild meint heute": Ja, ich will. Europa-Bekenntnisse http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-ja-ich-will-europa http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-ja-ich-will-europa

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Ich sage es nur ganz leise, psst, Krise. Denn ich kann das Wort nicht mehr hören. Die Euro-Krise knattert über den Köpfen wie eine EU-Flagge im Sturm. Wird sie reißen oder bald Sterne verlieren, weil einige Länder rausfliegen aus der Euro-Zone?

Kaum eine Woche vergeht jedenfalls, ohne dass jemand – ob Kanzlerin, Banker oder Bauer - die Fahne hisst: „Ich bekenne mich zum Euro“. Bitte? Wie geht das denn? Gut, ich bekenne mich auch, zu Christus, zu Gott, aber doch nicht zu einer Währung. Zumal es schon so einige gegeben hat in den letzten Jahrzehnten. Mammon-Euro-Bekenntnisse machen mir schlicht schlechte Laune. 

Ganz anders das Wort „Europa“. Doch. Diese Flagge hisse ich gern, schon, weil sie so schön ist: Blau wie der Himmel mit goldenen Sternen. In dieser Europawoche durften wir ja gleich zweimal feiern, wenn denn jemand gewollt hätte. Am 5. Mai 1949 kamen die ersten Staaten im „Europarat“ unter einer Fahne zusammen. Am 9. Mai wurde die Europäische Union geboren, allerdings 1950, ein Jahr später. 

Das heißt, auch wenn man es heute kaum glauben mag: Es ging gar nicht zuerst um Wirtschaft, geschweige denn um den Euro. Nein, man wollte `49 gemeinsam Politik machen. Der Europarat hatte ein Bekenntnis: für Menschenrechte und Frieden. 

Das war das Krisenmanagement, damals, nach dem 2. Weltkrieg. Nach der erlebten Hölle in Europa, besann man sich auf den einen Himmel, unter dem wir leben. Gut, das nicht zu vergessen. Besonders jetzt, da die Angst vor dem Euro-Absturz wie schwere Wolken über der Ägäis hängt. Mancher sieht da oben nur noch die Pleitegeier kreisen, in Portugal, Griechenland, Italien. Und bald auch über uns? 

Doch der Himmel über Europa ist bejahrt, er nimmt´s gelassen und blitzt immer wieder blau auf. Die Väter und Mütter des Europarats haben nach dem Krieg schlimmere Krisen bewältigt. Warum sollten wir das nicht wieder und weiter schaffen, um der Gerechtigkeit und des Friedens willen? 

Die Starken stützen die Schwachen, reichere Länder die ärmeren. Familie eben. Na ja, wenn´s eine gute ist. (Und wenn geprüft wird, wie arm ein Land ist, das sich weigert, seine Reichen zu besteuern... ) Aber das heißt eben nicht einfach zahlen, Schirme aufspannen, Schulden aufnehmen, die Krise - Tschuldigung, psst – einfach den Kindern weiterreichen. Und spätestens die Enkel stehen ohne Schirm da.

Weiter machen, weiter wachsen ohne Ende, das kann ja nix werden. Weiß jedes Kind. Aber anders wirtschaften und so haushalten, dass alle genug haben: Das wäre der europäische Weg. Nein keine Predigt. Andererseits, warum auch nicht? Wo sind die Visionen geblieben? Geben wir auf, sagen „the nations are back“ und die EU ist machtlos?

Nein, ich hisse die blaue Sternen-Fahne. Und hoffe, auch wir Christen, die Kirchen in Europa tun das ihre dazu. Genau wie in Brüssel. Ja, ich weiß, der Name dieser Stadt ist zum Synonym für Sesselpupser und Gurkenbieger geworden. 

Aber eben darum: Bitte, bitte dorthin keine PolitikerInnen mehr abschieben sondern die besten auswählen für´s gemeinsame Parlament. Dann mal kräftig Fenster auf, Muff raus und ein Hauch von Himmel und Weite ins Denken und in die Herzen. Das wär´s... Ob gegen oder für den Euro, jedenfalls für die Menschen in Europa. Denn wir leben unter einem Himmel. Azurblau mit goldenen Sternen. 

Man wird ja wohl noch träumen dürfen. Oder nicht?
Eure Träume und Alpträume gleich hier unten beschreiben ... 

Bleibt frech und fröhlich
Eure Mechthild Werner

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Thu, 03 May 2012 23:30:00 -0700 "mmh..."mechthild meint heute: Kultursommer, Kirche und Kunst. So nah und doch so fern... http://evkirchepfalz.posterous.com/mmhmechthild-meint-heute-kultursommer-kirche http://evkirchepfalz.posterous.com/mmhmechthild-meint-heute-kultursommer-kirche

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„Ist das Kunst oder kann das weg?“ Ein Spruch, der mehr ist als das. Unter dem viel-wenig-sagenden Motto „Gott und die Welt“ wird heute der Kultursommer Rheinland-Pfalz eröffnet. Und die Frage steht einmal mehr im (Kirchen-)Raum: Was ist Kunst? 

„Des Ding do, des soll Kunscht sei?“ So haben viele gefragt, als „so was“ in die Kirche kam. „E bissel Holz und Roscht? Des kännt isch ach!“, hieß es in meiner ersten Gemeinde, nach meiner ersten schwer spannenden Kunstdebatte. 

Inzwischen sind die meisten froh über „des Ding“: ein Corpus von Franz Bernhard. Ein Künstler mit großem Ruf im kleinen Jockgrim. Doch groß oder klein spielt keine Rolle, so die Kunst etwas zu sagen hat. Wiewohl der erste Satz, den moderne Werke hervorrufen, häufig lautet: „Das könnte ich auch.“ Aber wer es könnte, ist noch lange kein Künstler, nur wer es macht - und kann.

Aber wer kann schon Kunst? Und wer kann sie verstehen, im Museum und in der Kirche? „Ist das Kunst oder kann das weg?“ Von wenigen Kunstaffinen Gemeinden abgesehen, heißt es vielerorts „gleich weg“ - besonders moderne Kunst. Dabei war Kirchenkunst mal Gegenwarts-
kunst. Die Gebäude, die Gemälde, einst gestaltet von den Besten ihrer Zeit. Lang ist´s her.

Heute kämpft die Moderne mit der Tradition. Die Augen sind die alten Meister gewöhnt: Die sixtinische Kapelle des Michelangelo, da Vincis Abendmahl, Grünewalds Altar. Klassisch schön, gewohnt. Doch zeitgenössische Kunst will meist nicht nur schön sein. Sondern auch fremd, ungewöhnlich, unbequem.

Darum ist sie genau richtig im Kirchen-Raum. Kirche und Kunst sind fern und doch so nah. Manche Motive verwandt: In einer Welt des Habens auf das Sein verweisen. Auf das, was hinter den Dingen steht, auf das, was im Menschen liegt. Das kann die Kunst. Und lässt sich darum nicht einfach konsumieren. Es sei denn, sie wäre leicht verkäuflich und verdaulich, die Ware Kunst. Doch welche wahre Kunst will das schon?

Noch so eine Frage: Was will die Kunst? Ja, sie will auch etwas kosten dürfen. Auch wenn für unser pfälzisches Kirchenprogramm im Kultursommer sicher keine Rekordsummen ausgegeben wurden, wie just für den „Schrei“. Fragwürdige Auswüchse des Kunstmarkts, während die meisten KünstlerInnen schreiend wenig verdienen. 

Denn Kunst kostet was, sogar Geld. Auch wenn in Zeiten knapper Kassen stets kurzsichtig die Kultur gekürzt wird: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein und manches Kunstwerk predigt mehr als 100 Gottesdienste. Vorausgesetzt, ich kann sie verstehen, die Werke. 

Denn Kunst kostet auch diejenigen etwas, die sie wahrnehmen. Sie entsteht im Auge des Betrachters, sie schwingt durch die Sinne und die Seele. Kunst spricht eigene Sprachen. Nicht jede kann und will ich sprechen lernen. (Schon gar keine Kunstsinnigen feuilletontödlich sinnieren hören...)

Aber ob jemand in der Kunst nur „plappert“ oder mir etwas zu sagen hat, das kann ich nur wissen, wenn ich die eigenen Kunstsinne schärfe. Hinsehen, hinhören, vergleichen und immer mehr verstehen lernen. Vielleicht „des Ding“ in Jockgrim, die himmlischen Erlebnisse in Frankenthal oder die Heilig-Marx-Unterhose in Trier, als Reliquie. Heiligs Röckle. Zu provokant? 

Was darf die Kunst? Auch eine spannende Frage. Was sie am besten kann, das ist jedenfalls: Augen öffnen. „Damit wer hineingeht, das Licht sehe...“  Willkommen im Kultursommer und bei meiner Freitagsfrage: 

Was kann, soll, darf die (Kirchen-)Kunst?
Antworten gleich hier unten... 

Bleibt frech und fröhlich, 

Eure Mechthild Werner

Fotonachweis 

 

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Thu, 26 Apr 2012 23:30:00 -0700 "mmh..."mechthild meint heute: Neue Pfälzer „Guidelines“. 10 Grundsätze für Menschenfischer http://evkirchepfalz.posterous.com/mmhmechthild-meint-heute-neue-pfalzer-guideli http://evkirchepfalz.posterous.com/mmhmechthild-meint-heute-neue-pfalzer-guideli

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„Heute schon gebloggt?“ Tja, als unbedarfte Unvernetzte habe ich bei Blogging schlicht an Frühjahrputz gedacht. Inzwischen blogge ich selbst, lese über Monitoring, Tagging, Trolling, Posting, Sharing, Shitstorms. Sh.., was es alles gibt. Nicht nur Theologen können Fachchinesen sein. 

Ich bin nun immerhin schon einige Monate dabei, habe erste Erfahrungen und strande doch manchmal noch in diesem Denglisch-Babylon. Sekündlich neue Infos, die durch die „Timeline“ schwemmen, gefühlt stündlich neue „Tools“.

Gut hat´s, wer da weiter munter herumflösselt und sich nicht völlig verstrickt im Netz. Darum reden derzeit viele von Strategien, wie die bayrische Landeskirche, und entwickeln „Guidelines“. Wir nun auch. Das heißt, ich spreche lieber von Grundfragen und Grundsätzen.

Manches lässt sich Englisch leichter sagen. Doch wo immer es geht: Speak German! Sag´s einfach und sag´s Deutsch. Damit nicht nur die Community sondern auch die Gemeinde verstehen kann, was gemeint ist.

Nein, wir brauchen uns nicht anschmusen an die Social-Media-Sprache - von wegen Gott 2.0 – und auch gängige Marketing-Strategien lassen sich nicht einfach übernehmen. Für die Kirche gilt vielmehr: Sehen, was andere so treiben, aber vor allem, was das Evangelium treibet.
„Dem Volk auf´s Maul schauen“, das steht uns Christenmenschen gerade auch im Netz gut an.

Es ist die große Chance dieses – bei allen Risiken und Nebenwirkungen – wirkungsvollen und oft wunderbaren Mediums: Menschen finden, Meinungen teilen, auf geteilte Meinungen stoßen, mehr wissen. Cloud-Learning. Ähm, einander auf´s Maul schauen, voneinander lernen.

Darum veröffentlichen wir heute erste Überlegungen für kirchliche Netzwerker. Lest mal rein in unsere Grundlagen, die 10 Grundsätze und Grundfragen - oder auch das Handlungsfeld. Und redet mit, damit wir was lernen. Ich freue mich auf Antworten und Anregungen gleich hier unter „Response“. Ja, so heißt das in diesem Tagebuch... 

Die Freitagsfrage lautet also schlicht:

Was gefällt euch, was fehlt, was wäre zudem noch wichtig? 

Bleibt frech und fröhlich,
Eure Mechthild Werner

Foto: wikipedia

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Thu, 19 Apr 2012 23:30:00 -0700 "mmh... mechthild meint heute": Verteilungskämpfe. Koran, Bibel oder Bild? http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-verteilungskampfe-k http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-verteilungskampfe-k

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„Hey, hier ein Buch über den Sinn des Lebens, kostenlos!“ Klar habe ich genickt. Damals, als Studentin. Und schon hatte ich das Buch in der Hand: Dianetik. Die „Bibel“ der Scientologen. Blauäugigerweise dazu noch dem blonden jungen Mann meinen Namen hinterlassen - schwupps war ich drin in der Sektenkartei. Da wieder rauszukommen hat Zeit und Nerven gekostet. Von wegen kostenlos.

Danach war ich vorsichtiger. „Geschenkt? Nein, danke.“ Oder wie meine Pfälzer Oma zu sagen pflegte: „Mir nemmen nix!“ Was habe ich inzwischen schon alles nicht genommen. Hare-Krischna-Bücher, das Buch Mormon oder den Wachtturm. Dazu all die profane Werbung, Wegwerfwurfsendungen und bald die Jubiläums-Bildzeitung. 

Die möchte ich auch nicht im Briefkasten. Selbst wenn das Hechelblatt von rechts bis links hoffähig geworden ist. Nach dem Motto, sind wir nicht alle ein bisschen BILD? Glücklicherweise nicht alle. „Nein, danke“, sagen einige und schütteln wie ich gewissenhaft den Kopf. „Mir nemmen nix!“  

Nein, auch den Koran habe ich nicht genommen. Nicht weil er ein Hetzbuch wäre, wie die Islamophoben meinen (einmal mehr auch auf der Islamkonferenz vertreten). Er ist es nicht mehr als die Bibel, wenn sie einäugig und einseitig gelesen wird. Die Antwort ist schlicht: Bei uns in der Pfalz wurde er noch nicht verteilt, der Koran. Doch selbst wenn, werde ich sagen, „ach nö, danke“. 

Denn ich habe schon einen Koran. Selbstverständlich. Auch als „Ungläubige“. Wir Christen blättern ja bekanntermaßen in ähnlichen Geschichten, stammen aus der gleichen Wurzel Israel. Doch wie oft habe ich im Koran gelesen? Kaum. Denn er versteht sich nicht von selbst. Heilige Schriften lassen sich lesen, aber sie sprechen erst durch den Glauben – und die Gläubigen. 

Doch die Korankampagne ist nicht auf Gespräche aus. Sie heißt „Lies“, nicht „Sprich“. Angeblich geht es darum, Andersgläubige zu retten. Sozusagen lies oder stirb, ungläubig. Das ist nicht gerade das Bild, das tolerante, dialogbereite Muslime hierzulande abgeben wollen. Sie meinen, die Aktion der wenigen radikalen Salafisten schade dem Islam, sie gewinne keine Gläubigen. Das Gegenwerfen von Bibeln übrigens, das manche Christen vorschlagen, wird auch kaum jemanden gewinnen.

Heilige Bücher brauchen Botschafter. Und wenn einer nicht drüber reden will, ist das bereits die Botschaft. Der Koran, unters Volk verteilt wie ein Werbekatalog, wirbt für anderes. Er wird benutzt, im Kulturkampf oder gar für unheilige Kämpfe. Das zu beobachten steht sicher dem Staat an. Aber warum und wozu mir wer was in die Hand drückt, das muss ich schon selbst sehen und hinterfragen. 

Viele Passanten haben den kostenlosen Koran erst mal angenommen. Doch dann? Lesen? Die meisten werden jedenfalls weder Muslime noch Islamisten werden, und das Buch landet... Eigentlich darf der Koran nicht auf den Müll, warnt wohltemperiert ein kirchlicher Pressesprecher, ja nicht mal auf den Boden legen darf man das heilige Buch. (Eine Warnung, die eigentlich von den Salafisten selbst kommen müsste, denn darauf stehen harte Strafen.) Nur gut, dass man mit der Bildzeitung beides machen darf. 

Ja, wir haben Meinungs- und Religionsfreiheit. Jeder darf den Koran verteilen, die Bibel - anders als in Pakistan - oder dumme Dianetikbücher. Sogar billige Boulevardblätter können teure Werbekampagnen fahren. Aber jeder von uns darf im Zweifelsfall sagen: “Mir nemmen nix.“ Selbst wenn´s kostenlos ist. Denn wir haben schließlich auch Demokratie. Und tja, das Mitdenken aller, das kostet was... 

Oder was meint ihr?
Antworten gleich hier unter responses.

Bleibt frech und fröhlich, eure 
Mechthild Werner

 

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Thu, 05 Apr 2012 23:30:00 -0700 "mmh... mechthild meint heute": Friedhof, Frühling und die Frauen. Karfreitägliche Ostergedanken... http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-friedhof-fruhling-u http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-friedhof-fruhling-u

Nordpark-magdeburg
Ein Friedhof im Frühling. Blausterne berauschen sich bereits an ihren Blüten. Die Eichen recken noch kahl ihre dunklen Äste. Ein Ort zwischen Tod und blühendem Leben. Ein Ort, wie geschaffen für diesen Morgen.

Heute ist der Tag, an dem Christus gekreuzigt wird. Karfreitag, Klagefreitag. Viele klagen und weinen damals, besonders die kleinen Leute. Jesus ist ihr Mann gewesen, immer auf ihrer Seite, der Mann Gottes. Auch seine Jünger weinen. Und erst recht die Jüngerinnen. 

Damals haben Frauen nicht viel zu sagen, doch bei Jesus schon. Sogar Maria Magdalena. Ihr Name allein Sinnbild der Verführung. Angeblich eine Hure gehört sie zu seinen besten Freundinnen. Ausgerechnet „so eine“. Und ausgerechnet sie gehört zu diesem Tag. 

Denn als Jesus stirbt, laufen die Männer erst mal davon. Die Jünger sind verängstigt und verschwunden. Unterm Kreuz stehen nur die Frauen und - sie sind zuerst am Grab. Auch Maria Magdalena. Sie weint. Und noch mehr, als sie sieht: Das Grab ist leer. 

„Habt ihr ihn weggetragen?“ fragt sie zwei Männer dort. Die sagen ihr, typisch Mann, nur knapp: “Wieso suchst Du hier einen, der lebt?“ Dazu strahlen sie leicht entrückt. 

Maria versteht kein Wort. Gut, dass der Friedhofsgärtner kommt. „Weißt du, wo der Tote ist?“, fragt sie. „Maria“ sagt der Gärtner; ihren Namen! Durch die Tränen sieht sie ihn: Jesus. Er lebt. Unglaublich. Unerhört. 

Maria muss es gleich den Jüngern erzählen. Die sitzen zusammen, blasen Trübsal und sie platzt herein: „Stellt euch vor, ich will seinen Körper salben, wie wir das ja immer machen, ich sehe in die dunkle Höhle, aber da ist keiner. Das heißt, da ist einer, nein, zwei sind da, zwei Männer mit gaaanz viel Licht, wie Engel, vielleicht, aber..“ 

„Moment, Maria, langsam, wie war das?“ „Doch da ist plötzlich der Gärtner, also ich denke, er ist es, aber es war...“ Ich stelle mir vor, wie sich Marias Herz in einem Wortschwall über die Jünger ergießt, bis sie endlich hören, bis sie wahrnehmen, was sie sagt: „Ich hab ihn gesehen, ich höre ihn noch `Maria´ unglaublich, und das mir!“ 

Ja, kaum zu glauben, aber wahr. Ausgerechnet „so eine“ erfährt es zuerst. Gerade die, die kaum was zu sagen haben, sie erzählen zuerst von Ostern: „Er lebt, das Leben geht weiter“. 

So geschieht es. Immer und immer wieder seit jenem Ostermorgen. Das Leben und die Liebe sind stärker als der Tod. Die Blüten und Bäume auf dem Friedhof sprechen davon. Blau rauschen die Sterne. Und bald schon reckt jeder knorrigkahle Ast seine Knospen. Zartgrün. 

Einen stillen Feiertag und ein frohes Osterfest.
Wünscht heute ohne Frage ... 

Eure Mechthild Werner

P.S. Die nächste Freitagsfrage folgt nach der Osterpause am 20. April. 

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Thu, 29 Mar 2012 23:30:00 -0700 "aha ..." alexander hat's angenommen: Das große Schisma bei der Portfolio-Synode http://evkirchepfalz.posterous.com/aha-alexander-hats-angenommen-das-grosse-schi http://evkirchepfalz.posterous.com/aha-alexander-hats-angenommen-das-grosse-schi

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Nein, unter diesem Titel soll es heute einmal nicht um die einzige Schule in Trägerschaft der pfälzischen Landeskirche gehen, sondern - dem Umfeld ("Milieu"?) dieser Publikation entsprechend - um das Abschneiden des Handlungsfeldes "Soziale Netzwerke und Medien" bei der von unserer Landessynode unternommenen Portfolioanalyse Anfang März. Auf der Wichtigkeitsskala von 1 (überhaupt nicht) bis 5 (sehr) landete das Handlungsfeld bei 3,06, auf der Profilbildungsskala bei 3,13.

"Was ist denn da passiert? Woran lag's?", bin ich gefragt worden, offenbar in der Annahme, ich müsse über das Ergebnis enttäuscht sein. Tatsächlich entspricht es ziemlich genau meinen Erwartungen bzw. meinem Gefühl, das ich mit Zahlen bislang jedoch nicht belegen konnte: dass nämlich im kirchlichen Bereich gegenwärtig (noch?) ein großer Zwiespalt herrscht, was das Engagement in Social Media anbelangt. Die Einen sind bereits begeisterte Nutzer, die Anderen können damit nichts anfangen.

Und auch, wenn der Wissenschaftler ein Schisma, eine Spaltung der Synode erst bei einer Standardabweichung von etwa 1,5 attestiert, sprechen die Prozentzahlen bei der Beurteilung der Wichtigkeit des Handlungsfeldes Soziale Netzwerke (Standardabweichung 1,22) doch auch eine deutliche Sprache: 35% der Synodalen ordneten das Handlungsfeld unter überhaupt/eher nicht wichtig ein, 37% unter eher/sehr wichtig, 28% bei mittelmäßig wichtig. Damit liegt es knapp im positiven Bereich über dem Mittelwert von 3. Vor zwei Jahren hätte das mit Sicherheit noch viel schlechter ausgesehen (während ich da schon zwei Jahre bei Facebook war...).

Für mich heißt das: Social Media sind inzwischen auch in der Mitte der Kirche angekommen - wenn auch im Aufgabenfeld Öffentlichkeitsauftrag die etablierten Handlungsfelder allesamt besser abgeschnitten haben. Freilich zählen da auch harte Fakten: Unsere landeskirchliche Facebook-Seite hat derzeit knapp 240 "Fans", während beispielsweise die kirchlichen Rundfunkaktivitäten täglich potentiell mehrere hunderttausend Hörerinnen und Hörer erreichen. Das ist erst mal ein Argument, wenn sich auch bei dem einen wie bei dem anderen die "Wirkung" nicht wirklich messen lässt. Und: Die 240 "Fans" unserer Seite haben zusammen rund 65000 "Freunde" auf Facebook, mit denen sie theoretisch Meldungen teilen und so weiterverbreiten könnten. Und diese Freunde haben wieder Freunde ...

Ich sehe das Ergebnis übrigens nicht (oder jedenfalls nicht vorrangig) in der Altersstruktur der Synode begründet, wie jemand meinte. Zum Einen halte ich den Altersschnitt der Synode gar nicht für so viel höher als denjenigen unserer Facebook-Fans, jedenfalls der regelmäßig aktiven. Zum Anderen beobachte ich die beiden "Lager" durchaus auch bei jüngeren Kirchenverbundenen.

Vielmehr stand es für die Anwendung des Instruments Portfolioanalyse wohl doch so, dass dieses vor dem Hintergrund der kirchlichen Finanzentwicklung eher nicht dazu dienen konnte, neue Handlungsfelder zu eröffnen, sondern nur dazu, die Prioritäten für die Spardiskussion in Bezug auf die etablierten Handlungsfelder zu setzen.

Immerhin war die Synode klug genug, bei der Vorbereitung im vergangenen Jahr zu beschließen, dass auch neue Felder aufgenommen werden können. Drei haben es dann ja auch in die Analyse geschafft (Social Media, Neugründung von Schulen, Innovative Projekte), konnten aber keine so hohe Bewertung erringen, dass die Folgerung nun unumwunden klar wäre: Hier wollen wir investieren.

Braucht es also noch einen Nachfolgetermin mit der umgekehrten Aufgabenstellung? Gesellschafts- bzw. Marktanalyse: Welches kirchliche Engagement oder Investment braucht die Gesellschaft? Was will der "Markt" von uns? Welches "Produkt" können wir gut "verkaufen"? Und was bringt das der Gesellschaft und der Kirche?

Ich freue mich jedenfalls schon und bin gespannt darauf, ob und wie die Synode bei ihrer Tagung Ende Mai in Bad Herrenalb das Handlungsfeld Soziale Netzwerke diskutieren und was sie diesbezüglich beschließen wird.

Wie mein Plädoyer nach wie vor aussieht, dürfte klar sein ...

Euer
Alexander Ebel

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/1576985/Alexander2web2.jpg http://posterous.com/users/eIJ8hNgXQt Alexander Ebel ebel Alexander Ebel
Fri, 23 Mar 2012 00:30:00 -0700 "mmh..."mechthild meint heute: Kann denn Gaucken Sünde sein? Deutschland predigt... http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-kann-denn-gaucken-s http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-kann-denn-gaucken-s

Zeigefinger_
Nun haben wir ihn, den Pfaffenstaat. Angeblich. Noch dazu ostprotestantischer Prägung. Die Kanzlerin Pfarrerstochter, der Präsident Herr Pfarrer. Oder bewusst despektierlich „der Herr Gauck“. Heute wird er vereidigt, seit Wochen schon schwören uns Menschen in den Medien, politische Freunde und Feinde, auf beinahe messianische Zeiten ein. 

Die einen lobsingen in Zungen, andere zischeln. Auch per Twittergewitter. Biblische Bilder werden in jedem Falle bemüht. Der „Präsident Moses“ oder gar die „evangelische Erlösung nach dem katholischen Sündenfall“. Nein, kleiner geht’s nicht. Wie auch, die Moralkeule ist noch warm vom Sünden-Wulff. 

Gauck baute bereits vor, auch er sei „kein Engel.“ Unnötig zu sagen, denn der Sünderleingeruch hängt ohnehin hartnäckig im Schloss Bellevue. Und den Mann, der einst die Gauckbehörde war, umgibt dieser Hauch von Schuld und Sühne sowieso. Er ist es gewohnt, Vergehen markig anzuprangern. „Sünden bleiben Sünden“, meint Gauck, selbst im Sport

Kein Wunder, dass auch sein eigenes Register schnell erstellt ist. Occupy „albern“ und Sarrazin „mutig“ nennen, Afghanistaneinsatz oder Stuttgart 21 verteidigen: Gaucksche Wurzelsünden für manch Grünen oder Genossen. Ostprophet Schorlemmer mault über zu viel „Freiheit“ statt Gerechtigkeit. Mancher Bürgerrechtler geriert sich gleich als Anti-Gauck. Und Westtheologen durchleuchten Gaucks Biographie auf blinde Flecken in seiner Ost-West-Sicht.

Nicht zu vergessen, seine „sündigen“ Verhältnisse soll er ordnen, der Herr Gauck. Meint, na klar, ein bayrischer Christsozialer, der all die gschlamperten Liebeleien der Herren Seehofer und Co samt Kind und Kegel verdrängt haben muss. Der Kanzelton hat nun mal Konjunktur. 

„Im Lande Luthers verdampft die Kirche, auch die protestantische immer mehr, aber ihre moraline Essenz erscheint populärer denn je.“ So ein Kommentar. Doch atmet diese Essenz noch evangelische Freiheit? 

Längst sind die moralischen Maßstäbe unscharf - je nach Blickwinkel von rechts, links, evangelisch, katholisch, gar nüscht. Wenn jeder frei meinen und glauben kann, was er will, wo genau sitzt da die Sünde, wo läuft die Grenze, der Graben, der „Sund“ zwischen Gott und Mensch, Gut und Böse? 

Die Beichtstühle stehen jedenfalls bei Jauch, Plasberg und Schausten. Ex- und Hoppla-Präsidenten suchen den Ablass auf der Mattscheibe. Für gestern und das, was morgen kommen mag. Als würde die Welt selbst wieder zur Scheibe, klar getrennt in oben und unten, dunkel und hell, schuldig oder unschuldig. Moderatoren mutieren zu Moralaposteln. 

Und der vielzitierte kleine Mann samt kleiner Frau gleich mit: „Danke Gott, dass ich nicht bin wie jene Sünder.“ Um lächelnd zu singen, wir sind alle kleine Sünderlein. Mit unseren Umweltsünden, Verkehrssünden, Steuersünden, Vorteilsnahmesünden und gschlamperten Affären.

Das eigene Register samt Ablass ist schnell erstellt, im Sündenrechner. Bis zum Schreiben dieser Zeilen wurde für schlappe 449.343.965,50 € gesündigt. Davon könnten wir manchen Ehrensold bezahlen. Aber noch mal im Ernst: 

„Wer unter euch ohne Sünde ist...“ Mit Luthern sind wir Sünder und zugleich Gerechte. Diese gut evangelische Freiheit nicht nur zu predigen, sondern vorzuleben, wie geht das? Weg von dünner Moralinessenz in diesem Land, von Besserwisserei und Besserglauberei.

Kann denn Gaucken Sünde sein? Nein, wenn ihm das gelänge, wäre es wahrlich ein Schritt zur Freiheit. Aber ich frage euch, ihr Sünderlein: 

Was erwartet ihr vom Pfarrerpräsidenten? 
Zum Antworten unten auf Response klicken.

Bleibt frech und fröhlich
Eure Mechthild Werner 

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/1585445/M.Werner.jpg http://posterous.com/users/cPuxemyUu9Qlc Mechthild Werner mechthild Mechthild Werner
Fri, 16 Mar 2012 00:30:00 -0700 "mmh..." mechthild meint heute: Deutschland sucht die Supergemeinde. Auch in der Pfalz.... http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-deutschland-sucht-d http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-deutschland-sucht-d

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„Ja, eigentlich ist es super gelaufen“, meinte eine Synodale beinahe ungläubig nach der Super-Sonder-Synode rund um die Portfolioanalyse. Und sie steht damit nicht allein. Die Auswertung ging schneller als gedacht, brachte nur wenige Überraschungen und die Erkenntnis: So strittig die Methode war, es hat gar nicht so weh getan. 

Wie auch? Wo eingespart werden soll, das wird ja erst im Mai entschieden. Spätestens dann wird manches noch schmerzen. Doch letztlich ist es nur heilsam, zu wissen, was wir lassen müssen und was neu angehen. Wenn wir dann noch dieses unsynodale Oben-Unten-Denken lassen und das unselige Bocken und Festhocken am eigenen Platz...

Dann, ja dann spüren wir vielleicht wieder: Wir alle sind Kirche. Und als Kirche Christi sogar Kirche für andere. Ja, super! Lässt sich fast vergessen über gefühlte hundert Jahre Strukturdebatte. Doch, halt. Das ist ungerecht. Es gab und gibt stets Christen, die einfach unverdrossen mutig voranschreiten. Gemeinden, die seit Jahren am Geld sparen, aber nicht an Ideen.

„Am Synodenwochenende hatten wir Klausur mit den Presbyterien“, erzählt mir ein Kollege, Pfarrer in idyllischen Pfälzer Dörfern. „Denen fällt immer was ein, die stürzen sich auf neue Ideen und setzen sie auch um. Jetzt haben wir neun Chöre.“ Aber auch andernorts: Jugendchöre, Jugendtheater, besondere Gottesdienste, Angebote für Arbeitslose oder Migranten, Kunst, Kultur und und... Was habe ich schon alles erlebt an kreativen Kirchenmenschen.

Doch häufig nehmen wir das selbst kaum wahr. Anders derzeit bei Chrismon: „Deutschland sucht die Supergemeinde“. Nein, so dümmlich heißt der Wettbewerb nicht. Aber Gemeinden zeigen doch, was sie alles können. Jeder kann mitmachen, abstimmen (pro Tag ein Klick, eine Stimme) und Geld gewinnen. Aber viel wertvoller ist, diesen Schatz an Ideen zu teilen. Und zu sagen:

„Schaut her, das läuft super.“ Doch. Jenseits aller christlichen Demut tut das manchmal gut - und es macht Mut. Den „Perspektivwechsel wagen“, so hat das Kirchenpräsident Schad genannt, im Vorwort zum Strategiepapier der Landeskirche. Sehen wir´s also mal anders als nur unter Sparzwang. Und sparen dabei nicht an Superlativen. 

Im Wettbewerb habe ich schon einige Freunde und Bekannte entdeckt – siehe unten - doch bislang keine Pfälzer. Aber noch ist Zeit, sich zu bewerben. Und auch gleich hier lässt sich loslegen mit der ganz persönlichen Supergemeinde: 

Was läuft einfach bestens? 
Zum Antworten unten auf Responses klicken.

Bleibt frech und fröhlich
Eure Mechthild Werner

Meine Vorschläge für die Gemeinde 2012 zum Abstimmen und täglich (!) klicken: 

  • Ev. Kirchgemeinde Magdala
  • Ev. Kirchgemeinde Meckenheim
  • Ev. Kirchgemeinde Flarchheim
  • Ev. Citykirche Schweinfurt

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/1585445/M.Werner.jpg http://posterous.com/users/cPuxemyUu9Qlc Mechthild Werner mechthild Mechthild Werner
Fri, 09 Mar 2012 00:00:00 -0800 "mmh..."mechthild meint heute: Protestantisch, Portfolio, Profiliert? Kirche kann auch anders... http://evkirchepfalz.posterous.com/protestantisch-portfolio-profiliert-kirche-ka http://evkirchepfalz.posterous.com/protestantisch-portfolio-profiliert-kirche-ka

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Seit ich zurück bin in meiner Heimatkirche, höre ich es fast täglich, das unaussprechliche P-Wort. Nein, nicht „Protestantisch“ sondern „Portfolio“ - bereits 2011 das kirchliche Wort des Jahres

"Die armen Synodalen", sagte gestern ein Pfarrerkollege. Denn ab heute tagt die Sondersynode in Kaiserslautern rund ums Portfolio. Man sitzt und schwitzt über einem Sammelhefter: Die Handlungsfelder der Landeskirche wollen beurteilt werden, schlappe 57. Alle 57 genau beschrieben nach Aufgaben, finanzieller Aufwendung, kirchlicher "Wichtigkeit" und "Profilbildung". Stöhn. 

„Die armen Betroffenen“, schimpft eine Diakonin. „Wir mussten das alles ja ausfüllen, uns selbst bewerten. Nur damit die uns wegkürzen.“ Solch wechselseitiges Bedauern und Beargwöhnen begleitet wohl jede Strukturdebatte.

Ja, sie ist lästig, aber längst überfällig und entscheidend für den Zukunftsprozess. Gelder werden knapp, Gemeinden müssen zusammenrücken, Werke zusammen arbeiten. Das schmerzt, ist aber unstrittig. Doch gestritten wird selbstredend, was und wen - nach Beschluss im Mai - der Sparzwang treffen soll. Was ist wichtig, was nichtig und was hilft bei der Entscheidung?

„Hilfe, Portfolio!“ Oder „Hilfe: Portfolio.“ Die einen hoffen darauf, die anderen würden am liebsten davonlaufen. Dabei ist der Name – von lateinisch „portare“ tragen und „folio“ Blatt - so harmlos wie die Idee. Wer zeigen will, was er hat und wer er ist, besitzt ein Portfolio. Banker, Manager, Künstler oder auch Bildungsstätten haben eine Mappe. Ziel: sich darstellen, bewerten und neu aufstellen. Nun also auch die Kirche.

Die Portfolio-Analyse ist ein Hilfsmittel, um strategisch zu handeln. Da ist es, das zweite Aufreger-Wort: Strategie. Militärsprache. Was würde Jesus dazu sagen? Hatte Paulus etwa strategische Ziele? Ja, Kirche ist ein Unternehmen und muss zielgerichtet wirtschaften. Aber sie ist auch mehr als das. Und muss sich immer wieder fragen, welche Sprache sie spricht. Manchmal eine unselige.

Das gilt umso mehr in der Debatte, die teils militant geführt wird. Polemische Satiren im Pfarrerblatt gegen die „Speyrer Strategen“, ungeachtet der Tatsache, dass die P-Idee von unten, aus der Synode selbst kam. Oder Gemeindepfarrer, die fordern „alle Kollegen in Sonderstellen müssten mal an die Front“, sprich an die Gemeindebasis. Wen wundert´s. Das Maß an Überforderung ist übervoll. Ebenso das Gefühl vieler, wirklich „unten“ zu sein, übersehen und überhört zu werden. 

Leiden wir längst am synodalen Kollaps, am „Kirche 21-Syndrom“? Zu wenig vermitteln zu können? "Wir wurden nicht gefragt, nur durchgerechnet" heißt es bei Gemeindezusammenlegungen. Oder: „Die Portfolio-Felder haben null mit unsrer Realität zu tun.“ Und die Dauerklage: „Wir werden wenig wert geschätzt“. 

Das muss aufhorchen lassen. Da hilft nicht, von oben herab zu sagen: "Die haben ja auch wenig Ahnung von dem, was wir tun müssen. Die wollen doch nur festhalten am Alten.“ Ja, auch das gibt es durchaus: Dieses nervige „Es-war-schon-immer-so“ und das bequeme „Die-da-oben-sind-dämlich“-Gerede an der Basis.

Aber Kirche kann auch anders. Ich wünsche den Synodalen und uns allen kühle Köpfe, warme Herzen und vor allem offene Ohren. Denn das ist Kommunikation: fast kostenfrei, wichtig und profilbildend. Für mich das erste Handlungsfeld. 

Und was meinen Sie, was meint ihr?
Einfach unten auf die Kommentarwolke klicken.

Bleibt frech und fröhlich
Eure Mechthild Werner

 

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Thu, 01 Mar 2012 23:30:00 -0800 "mmh..." mechthild meint heute: Evangelium als Event? Eventuell... http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-evangelium-als-even http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-evangelium-als-even

Poporatorium
Ja, es war ein Event: Das Pop-Oratorium „10 Gebote“ in Mannheim. Selten genug, dass Kirche groß denkt. Jetzt sage keiner: „Events, warum wir jetzt auch noch?“ Wir waren immer schon dabei. Eventkultur ist aus dem Kultus entstanden. Spektakel sind stets religiös inszeniert. Jeder Gottesdienst ist eine liturgische Inszenierung, Kirchentage sowieso. Und bei 366+1, im Jahr der Kirchenmusik? Events, ja bitte! Jesus kann rocken. Doch wie?

Zum Beispiel im Mitmach-Musical: Die Creative Kirche-Idee zog. Die SAP-Arena war ausverkauft. Das zumeist junge Publikum hatte Spaß. Die 2.800 badisch-pfälzischen SängerInnen schwärmten im „größten Musical-Chor“. „Das größte Konzert meines Lebens“, freut sich auch Popularmusiker Maurice Croissant. Riesig war sie, die hörbare Begeisterung der „Engelschar“. 

Die Chöre hätten indes noch mehr Beflügelndes verdient. Sie durften eher einstimmig schreien denn singen. Und mehr als Goldfolie-Geraschel und Geschunkel gab´s kaum zu tun. Auch dem Publikum traute man wenig zu. „Mal gespannt, wie 13.000 Leute später gemeinsam singen“, hieß es anfangs. Doch die Engelschar sang nach der Pause fast allein. Das erste Dirigentenpult blieb leer.

Vielleicht lag´s ja am Lied. „Aus tiefer Not schrei ich zu dir.“ Himmel, was für ein Schlager, besonders für junge Leute. Mit Leidenschaft geschmettert, wäre es ja vielleicht was geworden. Miteinander singen will animiert sein. Ein Event will erlebt sein, mit Gemeinschaft und größtmöglichem Gänsehautgefühl. Für mein Gefühl gab´s davon zu wenig.

Dieter Falk, der auch für Pur komponiert hat, serviert fett Poppiges. Rockgitarren und Softgeigen. Ein gekonnter Musical-Mix, auch mit Ohrenschmeichlern. Was weniger schmeichelt, ist allerdings die dünne Dramaturgie samt moralinsaurer schwarz-weiß-Malerei. Ein häufiges Manko christlicher Events.

Klar, ohne Klischee geht’s auf der Bühne kaum. Aber wer oder was hier böse oder gut ist und warum? Keine Ahnung. Mose ahnt seinen Auftrag. Zippora weiß mehr, vor allem von der Liebe. Naroch ist irgendwie böse, der bitterböse Pharao wunderbar süffisant. Der Tanz ums goldene Kalb ist auch musikalisch toll. Mose mimt, warum auch immer, den Spielverderber. Selbst wenn Gott, alias Otto Sander, aus dem Off spricht: Die Bibelfiguren bleiben im Theaternebel, die Plagen pure Action.

Kurz und treffend besingt allerdings Zippora die 10 Gebote in 1: „Liebe ist das Gebot. Liebe allein schließt alles ein. Alles ist gut, wenn der eine den anderen liebt.” Ach Gott, seufz. Das klingt schlüssig, süffig. Und gewinnt das Publikum mit dem - bei Kirchen´s oft verachteten - Mut zum Kitsch.

Und ja, das Schlimmste zum Schluss, die Sprache. Denn jener Songtext war einer der besten. Musicalpapst Michael Kunze hat unter anderen „Cats“ verdeutscht. Beim Bibelklassiker mixt er vermeintlich jungen Slang, nüchternes Schriftdeutsch und Correctness derart, bis die Reime miauen. Mose mahnt: „Seid ihr besoffen, das Wasser steht allen offen.” Und: „Lasst das Mädchen an die Pfütze oder ihr kriegt was auf die Mütze.” „Wohl denen, die aus Fehlern lernen und das goldne Kalb entfernen.“ Aua.

„Im Anfang war das Wort.“ Tja, es fällt auch uns Kirchentagskollegen oft nicht leicht, damit umzugehen. Die Botschaft auf der Bühne will einfach sein, aber nicht zu einfach, dazu noch mitreißend und locker: Nichts ist schwerer. Evangelisch und Eventgemäß, geht das am Ende gar nicht zusammen? Kann Jesus rocken? Ja doch ...

Events, ja bitte! Aber bitte wie?
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Bleiben Sie frech und fröhlich, 
Ihre Mechthild Werner

Foto von Andreas Schoelzel Weitere Fotos hier..

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/1585445/M.Werner.jpg http://posterous.com/users/cPuxemyUu9Qlc Mechthild Werner mechthild Mechthild Werner
Thu, 23 Feb 2012 23:30:00 -0800 "mmh..."mechthild meint heute: 7 Wochen mit ohne Fasten - Auf die Freiheit http://evkirchepfalz.posterous.com/7-wochen-mit-ohne-fasten-auf-die-freiheit http://evkirchepfalz.posterous.com/7-wochen-mit-ohne-fasten-auf-die-freiheit

Der_kampf_zwischen_karneval_und_fasten_1559

„Fasten? Des is doch katholisch! Ich bin gut protestantisch.“ Schmallippig, schnippisch kommt das aus dem ansonsten sanften Gesicht von Frau P. Damals, vor rund 20 Jahren, als ich in meiner Gemeinde „7 Wochen ohne“ ins Spiel gebracht habe.

Später wird Frau P. ihrem Mann erklären: „Des ohne is eigentlich mit, mit Bibel lese un Sinn suche. Im Seil habe mir gehängt, geatmet, un getanzt!“ Herr P. gönnt mir einen spöttischen Seitenblick. Da hört er noch: „Des is freiwillig. Aber du musst ach mol mitfaste.“ 

Ja, irgendwie freiwillig gezwungen. Evangelisch fasten ist schwer. Katholiken feiern nicht nur den schöneren Karneval, wie eine Rundfunk-Kollegin jüngst bemerkte. Sie fasten auch einfacher. Aschekreuz auf die Stirn. Fasten, fertig, los. Fastenpraxis leichtgemacht. Bei uns ist das anders. 

 „Warum fasten deine Jünger nicht?“ Jesus hat einen einfachen, guten Grund. (Mt. 9, 14f.) Evangelen heutzutage brauchen einen besseren. Auf die Frage: „Warum fastest du nicht?“, lässt sich kaum mehr gut lutherisch wettern, das „casteien“ sei nur ein „äußerlich Zucht“ und es ginge letztlich allein um den Glauben. „Ja, aber glaube mir, es tut einfach gut,“ meint meine kloster-heilfasten-kurende Freundin. 

Nein, es ist nicht mehr weit her mit der Freiheit eines Fastenmenschen. Denn schließlich hat selbst der genussfreudige Martinus gefastet. Und: casteien? Ja, bitte! Der Fitnesswahn macht vor der Seele nicht halt. Auch evangelisches Fasten ist längst wieder dran. Ist das nun Rekatholisierung oder Revitalisierung heilsamer Rituale? Ich weiß nur: Für manche ist´s wieder ein Muss. 

„7 Wochen ohne“ erkennt in den 80ern die Zeichen der Zeit: Überdruss am Überfluss. Hunger nach Sinn und Spiritualität. Das religiöse Fasten wird wiederentdeckt. Nicht erst Ghandi oder Mohammed, Mose, Elias und Jesus machen es vor: „Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn“ (Mt 4,2) 

Wir dagegen sind hungrig nach Fastenzeiten. Abspeckkur, Ayurveda, Heilfasten und Herzensgebet: Fasten für Körper und Seelen jeder Art. All das lässt sich im Kloster haben oder zu Hause. Rein diätisch, buddhistisch, katholisch oder auch evangelisch. Eben „7 Wochen ohne“. Oder „mit“ oder ... keine Ahnung.

Wer blickt da noch durch: Bibelfasten heißt mit Bibel, FB-Fasten ohne Facebook. SMS-Fasten ist dagegen mit simsen. Zeitfasten eher so mit ohne. Autofasten meint tatsächlich ohne Auto. Gutgemeint, so man nicht in Orten wohnt, die mit –moschel enden und da jeder Nahverkehr endet. Konsequent auch. Wenn man nicht Bischöfin oder Bischof ist und für´s Restjahr eine dicke Dienstkarosse fährt. Was da bei uns, am Speyrer Domplatz manchmal so parkt, nun ja... 

Genau das ist die eigentliche Fasten-Frage: Wie halte ich es nach den 40 Tagen die restlichen 326? Wie werde ich den evangelischen Zusprüchen und Ansprüchen gerecht? Bin ich, sind wir „gut genug“

Wie haltet ihr es mit dem Fasten?
Zum Schreiben auf die Kommentarwolke klicken.

Bleiben Sie frech und fröhlich,
Ihre Mechthild Werner

Bild: Kampf zwischen Karneval und Fasten

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/1585445/M.Werner.jpg http://posterous.com/users/cPuxemyUu9Qlc Mechthild Werner mechthild Mechthild Werner
Thu, 16 Feb 2012 23:30:00 -0800 "mmh..." mechthild meint heute: SM und die Kirche - Erstbeste Erfahrungen http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-sm-und-die-kirche-e http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-sm-und-die-kirche-e

Sm_kirche
„SM und Ich“. Meine schön-schrecklichen Erfahrungen mit Social Media gab´s gerade zu lesen. Sofort schrieb jemand: „Was hat das mit Kirche zu tun?“ Tja, gute Frage: Was treiben Kirchenmenschen im Web 2.0, was „treibet Christum“? Wie so oft sind wir da bei Kirchens geteilter Meinung. 

Einige wohnen immer schon in der Medienwelt. Sie hatten im Büro den ersten Knatter-PC, als ich - wie gesagt - noch getippext habe. Sie wechselten lässig von Snailmail über Fax zu Email, posten längst schon Predigt und Gemeindebrief auf Homepage und Facebook, chatten mit Konfis. Manche bloggen und tweeten zudem noch locker über Gott und die Welt

Derart multi-media-tasking sind inzwischen einige Christen unterwegs. „Aber muss das sein?“, grummeln die anderen. Und das ist die SM-schweigende Mehrheit. Die Medienskepsis ist groß. Besonders bei uns Protestanten, scheint mir. „Mails?“, höre ich aus Gemeinden “da sehen wir nur einmal die Woche rein. Nein, Mobilnummer gibt’s keine. In Netzwerken? Ach nein, was man da so hört!“ 

Wenn Luther das wüsste. Er sieht das neue Medium seinerzeit als „höchstes Geschenk“: „Die Truckerey ist summum donum, durch welches Gott die Sache des Evangelii forttreibet.“ Über den Buchdruck, in Luthers Tischreden. Heute würden sie vielleicht getwittert. Wie auch immer. 

Während andere längst die Facebook-Häkchen setzen, suchen wir erst mal die Haken. Sicher zu recht, oft aber zu lange. Denn jetzt, da das Medium schon betagt ist, gibt’s beinahe stündlich Tagungen zu „Gott 2.0.“ Besser spät als nie. Wobei: Was für ein Flachsinn, dieser Titel. Wenn schon ist der Dreieinige wohl Gott 3.0. Aber muss das sein?

Nein, schmusiges Anbiedern an die SM-Welt ist ebenso kurzsichtig wie schroffe Ablehnung. Beides begegnet mir häufig. Dabei sind Social Media weder Heilsweg noch highway to hell. Sie gehören schlicht zur modernen Kommunikation, auch des Evangeliums. Doch weder Kanzeltöne sind hier gefragt noch Pressemeldungsschleudern. Das (Kirchen)Politische ist immer auch persönlich. Denn in der Netzgemeinde kann jeder rückfragen und mitreden. 

Und ich bin immer wieder überrascht: Ein frommer Kollege postet bitterböse Pfarrerwitze. Eine mehr als Kirchenferne Freundin fragt mich dagegen: „Wann gibt’s wieder Gebete von Dir zu lesen?“ Also Kirche und SM? Ja klar, mitsurfen! Die Frage ist nur, wie wir die Welle reiten. Über Chancen und Risiken gibt´s bei „aha...“ bereits einiges zu lesen. 

Die Eingangsfrage zum Ende an alle: 

Was treiben Kirchenmenschen im Web 2.0 – was „treibet das Evangelium“?
Zum Antworten auf responses oder die Sprechblase klicken.

Bleibt frech und fröhlich, 
Eure Mechthild Werner

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/1585445/M.Werner.jpg http://posterous.com/users/cPuxemyUu9Qlc Mechthild Werner mechthild Mechthild Werner
Thu, 09 Feb 2012 23:44:25 -0800 "mmh..." mechthild meint heute: SM und Ich - Erste Erfahrungen http://evkirchepfalz.posterous.com/100480315 http://evkirchepfalz.posterous.com/100480315

Mette_sm
„Aha“ haben sicher viele gesagt. Der erfahrene Surfer Ed Ebel beschrieb just vielseitig das Für und Wider sozialer Netzwerke. Meine Aha-Erlebnisse sind zuerst mal einseitig. 

„Na, wie geht’s als Social-Media-Frau?“, werde ich ständig gefragt. Das süffisante Grinsen höre ich nur. „Och,“ murmle ich über meinem Dingens (ja, so habe ich Handys oft abfällig genannt), scrolle schnelläugig übers Display, poste was, sage „ist interessant“ und wechsle zum Notebook. 

Nein, ganz so weit ist es noch nicht. Ich finde Dauersurfen weiterhin befremdlich. Junge Leute mit trägen Blicken und flinken Daumen am Pad, Pod, Phone. Überall i-Zombies, in anwesender Abwesenheit. In der Bahn, im Kino sogar, am Tisch im Lokal. Auf „kann-man-sich-hier-mal-unterhalten?“- Rufe folgt allenfalls ein Stöpselplopp. „Hasde was gesagt?“

Unverkabelt fällt man schon auf. „Guck mal, der da ist nicht elektrisch“, zeigt neulich ein Vierjähriger auf einen unverstöpselten jungen Mann. Nun bin ich selbst elektrisch und höre mich über Timelines reden. Ich, die ich vor nicht allzulanger Time noch getippt und getipp-ext habe, touche nun smart.

Bislang hielt ich „virale Kommunikation“ für eine Krankheit. Heute weiß ich: Das stimmt. Man steckt sich leicht an. Und man leidet gern. Social Media wird nicht von ungefähr mit SM abgekürzt. Ein wenig Sadomasochismus gehört dazu. Schmerzhaft, was man teils lesen muss. Schmerzlich, wenn beim eigenen Posting keine Nachricht, kein „gefällt mir“ kommt. Schmerzhaft schön, wenn das Just-for-Fun-Foto dafür zig mal geklickt wird. 

Richtig schön aber, wenn anderen gefällt, was mir gefällt – und alle weiterbringt. Nie war ich so schnell über Kirche und Welt informiert wie durch Facebook und Twitter. Da vergeht die Zeit im Nu. Zumal ich all die „trinke Kaffee 4.0, rauche auf dem Klo“- Banalitäten wegscrollen muss. SM, das ist eben auch wortwörtlich Zeitvertreib. Huch, schon wieder Abend ...

„Leg mal das Dingens weg “, heißt es mitternächtlich. Allerdings sagt das jetzt mein halbwüchsiger Sohn zu mir. „Is doch Arbeit“, murre ich. Ja, meine Arbeit hat sich verändert. Das Leben, auch das mediale ändert sich. Ständig. Und schneller als wir Kirchendinos das wahrhaben wollen. Social Media gehören dazu. Wer heute mit anderen reden will, der muss auch hier mitreden können.

Leute, nicht nur junge, finden einander im Netz. Quatschen, machen Quatsch, schütten ihr Herz aus oder gehen beherzt auf die Barrikaden. Ich habe viele alte Freunde und neue „Friends“ auf Facebook gefunden. Ein eigenes Miteinander, diese Netzgemeinde. 

Doch wie sozial sind die sozialen Medien? 
Wie ändern all die Friends das Leben mit Freunden und Familie? 

Wie geht ihr um mit eurer Zeit - online und offline?
Zum Schreiben gleich unten auf die Sprechblase klicken.

Bleibt frech und fröhlich, 
Eure und Ihre Mechthild Werner 

Und nächsten Freitag: SM als Kirchenfrau?...

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/1585445/M.Werner.jpg http://posterous.com/users/cPuxemyUu9Qlc Mechthild Werner mechthild Mechthild Werner
Thu, 02 Feb 2012 23:30:00 -0800 "aha..." alexander hat's aufgeschrieben: Alles nur Geblubber? Vom Surfen in Social Media Strömen. http://evkirchepfalz.posterous.com/bleiben-wir-oder-gehen-wir-wieder-facebooks-f http://evkirchepfalz.posterous.com/bleiben-wir-oder-gehen-wir-wieder-facebooks-f

Surfen
Ein evangelischer Neubischof findet sich erst seit wenigen Wochen rein, ein evangelischer Altbischof ist dagegen schon wieder raus.  Ein CDU-Hinterbänkler orakelt von ihrem Ende, während die Erstbänklerin mit dem „Zukunftsdialog“ fast schon ihr eigenes aufmacht: Soziale Netzwerke im Internet. Was ist dran an ihnen? Was versprechen sich die einen davon, warum fürchten sie die anderen?

Ich bewässere meinen Facebook-Stream bereits seit fast fünf Jahren. Im Internet unterwegs bin ich seit dem Wintersemester 1994/95, als ich, frisch nach Heidelberg gewechselt, die segensreiche Einrichtung des Universitäts-Rechenzentrums entdeckte. Den zweiten Tag nach dessen Entdeckung verbrachte ich vollständig dort und ausschließlich auf dem German Internet Chess Server (GICS). Später wechselte ich zum größeren FICS. Die Schachserver waren schon damals soziale Netzwerke. Das gemeinsame Interesse am Schachspiel war nur der Ausgangspunkt. Drumherum entstand ein Chat- und Diskussionsgruppensystem.

Da gab (bzw. gibt) es Kanäle für die jeweils vertretenen Muttersprachen, es gab Kanäle für Literaturempfehlungen, ob Schach oder Belletristik, natürlich Diskussionen über Eröffnungsvarianten, aber auch über politische, philosophische und religiöse Themen. Auf einem Schachserver, jawohl. Als Einsteiger durfte man enorme Hilfsbereitschaft erfahren. Und viel Quatsch gab’s natürlich auch.

Der Reiz, über das Internet mit einer Vielzahl von Menschen an den unterschiedlichsten Orten und in den unterschiedlichsten Lebenszusammenhängen in Kontakt zu kommen, war es eigentlich, der mich von Anfang an fesselte. Bis heute hat sich daran wenig geändert.

Zwei Missgeschicke sind mir in diesen mittlerweile 18 Jahren (hurra, volljährig!) Onlineleben unterlaufen: Einmal, es muss im Frühsommer 1995 gewesen sein, verursachte ich 600 DM Telefonkosten, weil ich mich unbedingt aus der saarländischen Heimat per Modem ins Heidelberger URZ einwählen musste – und über dem Schachspielen etwas die Zeit vergaß. Und vor ungefähr zwei Jahren habe ich versehentlich einmal mein komplettes Google-Mail-Adressbuch zu Facebook eingeladen, 500 oder 600 Leute, viele davon kannte ich gar nicht, sondern hatte nur wegen einer eBay-Auktion oder Ähnlichem Kontakt zu ihnen gehabt. Facebook freilich war um über 500 E-Mail-Adressen reicher. Das ist mir heute noch peinlich.

Genau darum geht es ja vielen, die sich von Facebook wieder abmelden – oder sich erst gar nicht anmelden: ihre Daten und deren Schutz. Wenn ich mir meine erste Homepage so betrachte, frage ich mich, ob sie nicht mehr über mich verrät als alles, was ich in den vergangenen Jahren bei Facebook angesammelt habe. Adresse, Telefonnummer, Lebenslauf, Foto, alles ist da. Nur was Familie und Freunde betrifft, war ich schon damals zurückhaltend. Die Menschen um mich herum sollen in der Regel selbst entscheiden dürfen, was sie von sich veröffentlichen.

Dass die Kirche in den Netzen präsent ist, ist für mich schon lange keine Frage mehr, die irgendjemand entscheiden oder beschließen müsste. Die Menschen sind die Kirche, und die Menschen sind im Netz. Über 22 Millionen Mitglieder alleine bei Facebook Deutschland. Da entsteht ein digitales Abbild der analogen Gesellschaft. Was hier geschieht, ist nicht virtuell, sondern real: Echte Personen mit all ihren Interessen, Hoffnungen, Krisen und Wünschen tauschen sich hier aus, auch und gerade über Fragen des Glaubens und Lebens. Ja, zwischen Popsternchen-Videos, Cartoons, wahlweise Politiker- oder Medienbashing, zwischen dem Bebauen und Bewahren von Comicfarmen und –zoos werden auch seelsorgerliche Anliegen formuliert.

Wie jede Kommunikation, so birgt auch die Kommunikation in den sozialen Netzwerken zugleich zahlreiche Chancen als auch Risiken. So können einerseits Kirchengemeinden, Kirchenbezirke und Landeskirchenrat die Netze als zusätzlichen Informationskanal nutzen. Sie können „dem Volk aufs Maul schauen“, Einblick in die Lebenswelt verschiedener Milieus bekommen. Mit Hilfe der Netzwerke lassen sich Absprachen treffen, Projekte organisieren, Initiativen anstoßen – über Gemeinde-, Bezirks-, Landeskirchengrenzen hinweg. Sie können dazu dienen, die Eigenverantwortung von Ehrenamtlichen als Christinnen und Christen im Netz zu stärken. Sie können dazu dienen, Hauptamtliche bei ihrer Arbeit zu stützen und zu unterstützen. Und die Präsenz in den sozialen Netzen dient ganz allgemein der Imagepflege. Nicht zuletzt entstehen neue Formen von Spiritualität. Ein Gottesdienst auf Twitter oder auf Facebook macht plötzlich ganz neu ernst mit Gemeindebeteiligung.

Auf der anderen Seite stehen: die Problematik des Datenschutzes und der Privatsphäre; die Erkenntnis, dass mit der digitalen Gesellschaft auch neue Formen von Cyber-Kriminalität entstanden sind; die Tatsache, dass mit der Medien- und Onlineabhängigkeit ein neues Suchtphänomen aufgetreten ist, das zu gesundheitlichen Schäden und sozialer Isolation führen kann; schließlich Berichte von Cyber-Mobbing unter Jugendlichen.

Ich meine: Chancen und Risiken motivieren das kirchliche Engagement in den sozialen Netzen. Die Risiken sind gerade kein Grund, diesen Bereich zu meiden, sondern im Gegenteil erst recht als Herausforderung für die Kirche zu sehen, auch hier Menschen in Krisensituationen beizustehen.

Manchen mag ein Rollenkonflikt von der Nutzung der sozialen Netzwerke abhalten: Wie verhalte ich mich dort, zumal als jemand, der - sei es haupt- oder ehrenamtlich - auch für die christliche Gemeinde steht, als ihr Repräsentant, ihre Repräsentantin wahrgenommen wird?

Ich vergleiche Facebook gerne mit einem Gemeindefest. Man verhält sich nicht wie Liturg oder Prediger im Gottesdienst, auch nicht wie der Lehrer im Religionsunterricht, andererseits auch nicht wie im engsten persönlichen Freundeskreis. Man sitzt sozusagen mal mit diesen, mal mit jenen Menschen zusammen, hört zu, beteiligt sich am lockeren, freundschaftlichen Gespräch, antwortet auf Fragen, teilt mit den anderen Informationen und Neuigkeiten, bekommt solche umgekehrt auch mitgeteilt. Man lacht, reißt auch mal einen Witz, aber nicht unbedingt jeden, den man so kennt. Und hier und da gibt es auch die Gelegenheit, dass einen jemand oder man selbst jemanden zur Seite nimmt, um etwas Ernsteres, Intimeres zu besprechen - oder sich zumindest dafür zu verabreden. Man bewegt sich in einer Art Halböffentlichkeit. Wenn man etwas sagt, hören nebenbei auch Leute zu, mit denen man sich in diesem Augenblick nicht in der direkten Unterhaltung befindet. Insofern ist man locker, persönlich und auch durchaus echt und authentisch, aber man posaunt eben doch auch nicht alles in die Welt hinaus.

Nach meinem Vorspann die Freitagsfrage an Sie:

Seit wann schwimmen Sie mit im Social Media Strom?
Haben Sie es jemals bereut?
Was hat sich seither in Ihrer Arbeit, im Zeitmanagement verändert?
Wie reagieren Kirchennahe und Kirchenferne auf Twitter, Facebook und Co?
Worin liegen die Chancen und Risiken kirchlicher Online-Kommunikation?

Kurz: Braucht die Kirche Web 2.0 – und braucht das Web die Kirche?

Zum Antworten auf „responses“ oder die Sprechblase daneben klicken.

Bleiben Sie frisch und frei. Fromm und fröhlich sowieso.
Ihr
Alexander Ebel

Foto: Stan Shebs, Wikimedia Commons

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/1576985/Alexander2web2.jpg http://posterous.com/users/eIJ8hNgXQt Alexander Ebel ebel Alexander Ebel
Thu, 26 Jan 2012 23:30:00 -0800 "mmh..." mechthild meint heute: Haste Töne 2.0. Verklungene Kirchenmusik? http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-haste-tone-20-verkl http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-haste-tone-20-verkl

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Das Themenjahr der Lutherdekade hat bereits begonnen: „Kirche klingt 2012.“ Die Pfalz singt sowieso, nicht nur beim Wein. Aber was klingt nach meinem Kirchenmusikalischen Artikel hier seit Freitag durch die Kommentare? (anklicken unter dem Beitrag „Haste Töne“ 1.0) 

Ein wenig Frust, einiges Fremdschämen und – ja, auch die Lust an neuen Tönen in der Kirche. Mancher blies ins gleiche Horn, schrieb mir aber nur persönlich, denn: „Was wir da Sonntags singen ist manchmal einfach peinlich. Aber ach, da nerve ich sowieso ständig den Pfarrer mit.“

Einige wollen offenbar nur noch leise zur Musikfrage Laut geben. Was auffällt: Kein pfälzischer Ton war dabei!

Dabei haben wir über 12.000 Leute, die in unseren Kirchen singen und musizieren, auch dank engagierter Kirchenmusikusse. Dazu rund 600 Männer und Frauen im Pfarramt, über 400 ehrenamtlich im Predigtamt. Allesamt Menschen, die jeden Sonntag Lieder aussuchen dürfen oder müssen. 

Nicht zu vergessen gibt es mehr als 3000 PfälzerInnen, die im Presbyterium auch die Aufgabe haben, die Gretchenfrage zu stellen: Wie halten wir´s ... wie klingt bei uns das Evangelium? 

Darum frage ich noch mal kurz und knapp zu Beginn des Themenjahres:  

Wie soll Kirche 2012 klingen?

Tops, Flops, Beispiele im ersten Beitrag "Haste Töne"
Zum Lesen rechte Spalte Link "Jahr der Kirchenmusik" klicken. 

Zum Schreiben auf die Kommentarwolke klicken.

Bleiben Sie frech und fröhlich,

Ihre Mechthild Werner

Foto: gnu free, wikipedia

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/1585445/M.Werner.jpg http://posterous.com/users/cPuxemyUu9Qlc Mechthild Werner mechthild Mechthild Werner
Thu, 19 Jan 2012 23:30:00 -0800 "mmh..." mechthild meint heute: Haste Töne. Predigst du noch oder singst du schon? http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-haste-tone-predigst http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-haste-tone-predigst

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Als Gastpfarrerin bekommt man einiges zu hören: „Sie predigen ja recht nett. Aber wann gibt’s wieder diesen Gottesdienst ohne Worte?“. Gemeint war die stets bestens besuchte musikalische Matinee in der – ja, „Predigerkirche“ in Erfurt. Haste Töne. Und nicht nur da: Musik, ein Ton schon, predigt mehr als tausend Worte. 

Folgerichtig heißt es nun endlich: „Kirche klingt 2012“. Im Rahmen der Lutherdekade feiern wir 366+Tage Musik - und die Evangelische Kirche gleich mit, denn wo wären wir ohne Bach und Lutherlieder? Die Musica ist für Luther „vox viva evangelii“, lebendige Stimme des Evangeliums. „Nach der Theologie ist keine Kunst der Musik gleich zu stellen… Sie schenkt ein ruhiges und fröhliches Herz.“ (Brief an Ludwig Senfl, 1530)

Drei Orgeltakte Toccata. Fünf Paukenschläge, gefolgt von „jauchzet, frohlocket“: Der Bauch kitzelt, das Herz hüpft und schon ist es um einen geschehen. Gut, mancher goes lieber Gospel oder raps Jesus. Aber Musik schlüpft stets Ohrmuschelwärts in die Seele. Sie berührt und bewegt, besonders wenn sie selbst gemacht ist. Über 12.000 Menschen musizieren, spielen, singen in unseren Pfälzischen Kirchen. Allermeist ehrenamtlich, für Gottes Lohn und Menschen Freude. 

Obwohl. Es ist nicht alles die reine Freude. Bei all den Kantoreien, Bläserchören und sogar Pfälzer Gospelchören, bei denen man sich nicht fremdschämen muss: Es gibt Orte, die einfach alt aussehen. „De Kärchechor werd langsam so alt wie unsre Stimme.“ Nachwuchssorgen. „Seit Johre orschelt hier niemand mehr, alles kommt vom Band.“ Anders bei dem Kollegen, der sich kurz vor dem Radiogottesdienst in seinem Thüringer Dorf entschuldigt: „Wir singen nicht perfekt.“ „Erwartet niemand“, sage ich, „Hauptsache mit Herz“. „Schon“, meint er, „aber unsere Organistin hat seit kurzem nur noch ein Bein“. 

Nein, nicht überall geht es so makaber zu. Und viele mühen sich redlich. Die tapfer klampfende Pfarrerin, die mit drei Griffen und ebenso vielen Gemeindegliedern eine eher fragile „feste Burg“ anstimmt. Der Playback-Pfarrer, der seine Playlists per Pod in der Talartasche trägt. Der Organist, der Taizé-Lieder nur Tutti begleitet und das so langsam, dass alle beim Singen blau anlaufen. „Ubi caritas.“ Du liebe Güte.

„Das waren ja wieder nur neue Lieder!“ Eine Beschwerde, die - so kommentierte jüngst eine Kollegin - „auf 80 Prozent aller Lieder im Gesangbuch zutrifft“. Eine unendliche Geschichte: Neues Liedgut oder Liedschlecht, das oft auf Kirchentagssspuren versucht, im Gesangbuch zu landen. Was endlich drin steht, wird ewig nicht gesungen und ist bald eines nicht mehr: modern. Manches Lied verliert sich auch unterwegs, zu Recht. Nein, keine Beispiele. Die überlasse ich den Kommentatoren gleich im Anschluss.

Nur eines noch: Auch Altbewährtes können Christenmenschen heute nicht mehr so einfach singen und sagen. Oft übersetze ich mir beim Singen historisch-kritisch all die „Kreuz-Sünd-Tod-Teufel“-Strophen. Oder versuche mich bei „La-La-La-Schäflein-Gras-Ufer“-Lyrik wenigstens an der Melodie zu erfreuen. Während mein unverdorben untheologischer Ehemann neben mir knurrt „geht ja gar nicht!“ 

Es ist nicht leicht, die richtigen Texte und Töne zu treffen. Schon gar nicht für jeden. „Ihre Worte in der Predigt waren so gut, aber gibt’s keine besseren Songs?“ Auch diesen Satz habe ich schon gehört. Tja, wie viel Harmonie und Polyphonie darf´s denn nun sein in der Kirche... 

Was wird Ihre und Eure liebste Kirchenmusik 2012?
Gleich hier unten auf die Kommentarwolke klicken... 

Haste Töne - 10 ungeordnete „Hits“:

1. Gebot goes Pop

2. Gloria in Excelsis 

3. Bonhoeffer goes Kitsch

4. Kirchentag rockt

5. Goldenes Blech

6. Goldene Weihnacht  

7. Junge Stimmen

8. Gospel and Friends

9. Orgel and Art

10. Kirchenmusik 3.0  

Bleiben Sie frech und fröhlich. 
Ihre Mechthild Werner

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Thu, 12 Jan 2012 23:30:00 -0800 "mmh..." mechthild meint heute: weniger wulffen, mehr käßmannen? Über Vorbilder. http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-weniger-wulffen-meh http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-weniger-wulffen-meh

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„Du sollst Dir kein Bildnis machen.“ Schön wär´s. Ständig machen wir uns ein Bild - von Gott, den Menschen und besonders den halbvergötterten Schönen und Mächtigen. Bilder, die oft so was von mächtig nicht stimmen. "Vorbild Guttenbergplag, jetzt Wulffplag“. Der Titel dieser Plag-Site sagt fast alles. Der eine geadelt und gelackt wie das Parkett, auf dem er schließlich ausrutscht. Der andere zufällig ins Schloss gestolpert, aus der Provinz. Dort schon über die eigenen Füße gefallen, hinein ins Klinkerhäuschen. Bürgerliche Blässe, selbst mit tätowierter Gattin. 

Genug, ich geb´s  ja zu: Bei mir hatte der eine so wenig Kredit wie der andere Ge-Plagte. Und der bigotte Bild-Sturm dieser Tage ist ebenso wenig vorbildlich. Doch wenn schon Politiker als Vorbild, dann bittschön nicht glatt und gleitfähig gen Macht. „Das Ende der Vorbilder“ beschreibt Margarete Mitscherlich bereits in den Siebzigern. Und zeigt, dass wir dennoch welche brauchen und haben. 

„Wer ist noch Vorbild?“, schnappatmen die Schlagzeilen. Dabei kennt jedes Kind welche. Mama oder Papa sind die Größten. Bis die Kleinen größer werden und Eltern plötzlich auch nur Menschen sind. Gut so. Halbwüchsige suchen sich drum auch andere Vorbilder: Lehrer, Freunde, Menschen, die zeigen, wie das eigne Leben laufen könnte. Rund 60 % der jungen Leute haben laut Studien ein Vorbild. 

Albert Schweitzer war für mich ein Pfarrerstochtermuss. Muss kurz mal die Welt retten, zumindest halb Afrika. Auch Mutter Teresa und Greenpeace belegen in meiner Jugendzeit noch vordere Plätze im Ranking. Heute sind es Modelmutter Klum, die Katzenbergers, Klitschkos und Co. Schön, reich, berühmt. So wollen viele sein, die gerade noch Pickel haben. Ja, die Jugend, da hatten wir noch andere Ziele!

Wirklich? Neben dem Che Guevara-Poster hing damals auch schon Bob Dylan. Die Idolisierung, die Star- und Sternchen-Verehrung steht seit jeher neben der Suche nach Vorbildern fürs richtige Leben. Bei Familienministerin Schröder zierte gar Kanzler Kohl das Mädchenzimmer. Gut, Politiker im Starschnitt, das war selten. Inzwischen gehört der Starappeal dazu. Die smarten Guttenbergs und Wullfs lagen lange vorn. Nun rücken andere auf. Die Liste „moralischer Instanzen“ ist auch bunt, wenn man Erwachsene befragt: Merkel, Papst, Beckenbauer, Schwarzer, Kerkeling, Raab - in variabler Reihenfolge. 

In der Spiegel-Studie 2010 köhlert immerhin der Bundespräsident noch auf Platz zwei. Inzwischen gelten Altkanzler Schmidt und Altbewerber Gauck wieder als vorbildliche Kandidaten. Warum? Weil nicht glatt aber geradlinig, mit klarer Haltung, mit Ecken und Kanten, ja Fehlern. Genau so wie ... natürlich Margot Käßmann. Auch wieder Kandidatin.

Seit ihrem Fehl- und Rücktritt wird sie umso mehr verehrt. Einst Instanz für Moral ist sie zur Ikone geworden, beinahe beängstigend. „Ich bin kein Vorbild, nur Abbild, ein Mensch wie andere.“ Den Wulffsatz hätte sie auch sagen können, aber als Christenmensch verstanden. So wie Paulus das Leben nach dem „Vorbild Christi“ (Philipper 2, 5f): „Er ward gleich wie ein anderer Mensch.“ Seiner Macht entäußert er sich, erniedrigt sich selbst und wird darum erhöht. Profan gesagt: Weniger der Macht als den Menschen dienen. Ist das vorbildlich?

Weniger wulffen, mehr käßmannen? 
Zum Antworten unten auf die Kommentar-Wolke klicken ... 

Bleiben Sie frech und fröhlich.
Ihre Mechthild Werner

Foto: Künstler unbekannt. Dank an Website

 

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Fri, 06 Jan 2012 03:16:00 -0800 "mmh..." mechthild meint heute: Ausgebrannt und Atemlos. Burnout von Amts wegen? http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-ausgebrannt-und-ate http://evkirchepfalz.posterous.com/mmh-mechthild-meint-heute-ausgebrannt-und-ate

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Heute ist „Zweikönigstag“. Ja, richtig gelesen, denn der Dritte hat abgesagt. „Nein, ich komme nicht mit, ich kann nicht, bin zu erschöpft.“ Zuviel Weihnachts-Feiertags-Stress. „Ihr schafft das auch ohne mich.“ Kluge Entscheidung des Weisen, oder? Nun ja, ich weiß, wenn jeder das machen würde. Aber jeder weiß auch: Es tut gut, mal nein zu sagen. Gerade jetzt, nach Weihnachten und besonders im Pfarramt. 

Denn schon fliegt die Sieben-Tage-Woche wieder atemlos dahin. Schnell droht der Burnout, das Ausbrennen quasi von Amts wegen: Predigtamt, Seelsorgeamt, Lehramt, Geschäftliches rund um Bauen, Beratung und Management, all das will erledigt sein. Dazu stets ein fröhliches Wort auf den Lippen und ein flottes Angebot im Ärmel, fürs Krabbelkind bis zum Alzheimerkreis. 

Wer kann das schaffen? In manchem Pfarrkalender stehen Termine wie bei Topmanagern, selbstredend ohne deren Gehalt und Gehilfen. Ja, sicher ist unser Beruf anders. Er ist nicht zu machen ohne Berufung, Begeisterung und das Brennen für Gott und die Menschen. Und dafür lässt der Pfarrberuf auch große Freiheiten.

Aber ebenso sicher ist: Jede/r fünfte im Amt ist von Burnout betroffen, die Dunkelziffer ist hoch. Viele glimmmen allenfalls noch im Glauben, fühlen sich längst unfrei im Talar, „funktionieren“ nur noch. Kaum hat 2012 angefangen, geht es schon wieder um neue Schwerpunkte, Strukturen, Strategiepapiere, Stellenbudgets und Portfolioanalysen. Wie umgehen mit all den Anforderungen – auch an sich selbst? 

„Weihnachten sechs Gottesdienste gehalten und bis sechsten Januar keinen Tag frei“, klagt eine befreundete Kollegin. „Aber über 60 Stunden sind´s ja immer.“ Stöhnen zwischen Stolz und Stress, ich kenne das selbst nur zu gut. Rechtfertigung allein aus Arbeit.

„Eine Glorifizierung der Überarbeitung in der Kirche“, beobachtet Hans-Friedrich Stängle, Leiter des Hauses respiratio auf dem Schwanberg. Respiratio ist Programm: Überarbeitete, gehetzte SeelsorgerInnen lernen hier, aufzuatmen, sorgen sich oft zum ersten Mal seit Jahren wieder um die eigene Seele und den fast vergessenen Körper. 

Es geht ums bessere Planen, um echte „Pfarrer-Sonntage“, um die Kunst, lassen zu können und gelassen zu werden. Um beten, meditieren oder malen statt gleich in der Frühe zu mailen. Kurzum: Aufatmen statt Ausbrennen. Demnächst erscheint auch ein Buch mit Tipps gegen den Pfarrer-Burnout. 

Mein Tipp zum „Zweikönigstag“: Vom dritten Weisen lernen! Oder wie ist euer Königsweg? 

Wie sind Eure und Ihre Erfahrungen

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Bleiben Sie frech und fröhlich. 

Ihre Mechthild Werner

P.S. Spannende Diskussion, brennendes Thema. Siehe unter responses.

Neben der respiratio braucht es auch inspiratio der Landeskirche. 

"Synode und Kirchenleitung dürften nicht auf Kosten des Personals sparen. Wenn Stellen gekürzt werden, das Arbeitspensum aber gleich bleibe, ebne dies dem Burnout den Weg."

Meint der Leiter des Hauses respiratio, Stängle. Artikel der Süddeutschen am 10.12.2011 "Müde Hirten". Link zum SZ Archiv.

Foto: LoKiLeCh wikipedia gnu free

 

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