"mmh..." mechthild meint heute: SM und die Kirche - Erstbeste Erfahrungen
Einige wohnen immer schon in der Medienwelt. Sie hatten im Büro den ersten Knatter-PC, als ich - wie gesagt - noch getippext habe. Sie wechselten lässig von Snailmail über Fax zu Email, posten längst schon Predigt und Gemeindebrief auf Homepage und Facebook, chatten mit Konfis. Manche bloggen und tweeten zudem noch locker über Gott und die Welt.
Derart multi-media-tasking sind inzwischen einige Christen unterwegs. „Aber muss das sein?“, grummeln die anderen. Und das ist die SM-schweigende Mehrheit. Die Medienskepsis ist groß. Besonders bei uns Protestanten, scheint mir. „Mails?“, höre ich aus Gemeinden “da sehen wir nur einmal die Woche rein. Nein, Mobilnummer gibt’s keine. In Netzwerken? Ach nein, was man da so hört!“
Wenn Luther das wüsste. Er sieht das neue Medium seinerzeit als „höchstes Geschenk“: „Die Truckerey ist summum donum, durch welches Gott die Sache des Evangelii forttreibet.“ Über den Buchdruck, in Luthers Tischreden. Heute würden sie vielleicht getwittert. Wie auch immer.
Während andere längst die Facebook-Häkchen setzen, suchen wir erst mal die Haken. Sicher zu recht, oft aber zu lange. Denn jetzt, da das Medium schon betagt ist, gibt’s beinahe stündlich Tagungen zu „Gott 2.0.“ Besser spät als nie. Wobei: Was für ein Flachsinn, dieser Titel. Wenn schon ist der Dreieinige wohl Gott 3.0. Aber muss das sein?
Nein, schmusiges Anbiedern an die SM-Welt ist ebenso kurzsichtig wie schroffe Ablehnung. Beides begegnet mir häufig. Dabei sind Social Media weder Heilsweg noch highway to hell. Sie gehören schlicht zur modernen Kommunikation, auch des Evangeliums. Doch weder Kanzeltöne sind hier gefragt noch Pressemeldungsschleudern. Das (Kirchen)Politische ist immer auch persönlich. Denn in der Netzgemeinde kann jeder rückfragen und mitreden.
Und ich bin immer wieder überrascht: Ein frommer Kollege postet bitterböse Pfarrerwitze. Eine mehr als Kirchenferne Freundin fragt mich dagegen: „Wann gibt’s wieder Gebete von Dir zu lesen?“ Also Kirche und SM? Ja klar, mitsurfen! Die Frage ist nur, wie wir die Welle reiten. Über Chancen und Risiken gibt´s bei „aha...“ bereits einiges zu lesen.
Die Eingangsfrage zum Ende an alle:
Was treiben Kirchenmenschen im Web 2.0 – was „treibet das Evangelium“?
Zum Antworten auf responses oder die Sprechblase klicken.
Bleibt frech und fröhlich,
Eure Mechthild Werner
"mmh..." mechthild meint heute: SM und Ich - Erste Erfahrungen
Wie ändern all die Friends das Leben mit Freunden und Familie?
Wie geht ihr um mit eurer Zeit - online und offline?
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Bleibt frech und fröhlich,
Eure und Ihre Mechthild Werner Und nächsten Freitag: SM als Kirchenfrau?...
"aha..." alexander hat's aufgeschrieben: Alles nur Geblubber? Vom Surfen in Social Media Strömen.
Haben Sie es jemals bereut?
Was hat sich seither in Ihrer Arbeit, im Zeitmanagement verändert?
Wie reagieren Kirchennahe und Kirchenferne auf Twitter, Facebook und Co?
Worin liegen die Chancen und Risiken kirchlicher Online-Kommunikation?
Kurz: Braucht die Kirche Web 2.0 – und braucht das Web die Kirche?
Zum Antworten auf „responses“ oder die Sprechblase daneben klicken.Bleiben Sie frisch und frei. Fromm und fröhlich sowieso.Ihr
Alexander Ebel
"mmh..." mechthild meint heute: Haste Töne 2.0. Verklungene Kirchenmusik?
Ein wenig Frust, einiges Fremdschämen und – ja, auch die Lust an neuen Tönen in der Kirche. Mancher blies ins gleiche Horn, schrieb mir aber nur persönlich, denn: „Was wir da Sonntags singen ist manchmal einfach peinlich. Aber ach, da nerve ich sowieso ständig den Pfarrer mit.“
Einige wollen offenbar nur noch leise zur Musikfrage Laut geben. Was auffällt: Kein pfälzischer Ton war dabei!
Dabei haben wir über 12.000 Leute, die in unseren Kirchen singen und musizieren, auch dank engagierter Kirchenmusikusse. Dazu rund 600 Männer und Frauen im Pfarramt, über 400 ehrenamtlich im Predigtamt. Allesamt Menschen, die jeden Sonntag Lieder aussuchen dürfen oder müssen.
Nicht zu vergessen gibt es mehr als 3000 PfälzerInnen, die im Presbyterium auch die Aufgabe haben, die Gretchenfrage zu stellen: Wie halten wir´s ... wie klingt bei uns das Evangelium?
Darum frage ich noch mal kurz und knapp zu Beginn des Themenjahres:
Wie soll Kirche 2012 klingen?
Tops, Flops, Beispiele im ersten Beitrag "Haste Töne"
Zum Lesen rechte Spalte Link "Jahr der Kirchenmusik" klicken. Zum Schreiben auf die Kommentarwolke klicken.
Bleiben Sie frech und fröhlich,
Ihre Mechthild Werner
Foto: gnu free, wikipedia
"mmh..." mechthild meint heute: Haste Töne. Predigst du noch oder singst du schon?
Folgerichtig heißt es nun endlich: „Kirche klingt 2012“. Im Rahmen der Lutherdekade feiern wir 366+Tage Musik - und die Evangelische Kirche gleich mit, denn wo wären wir ohne Bach und Lutherlieder? Die Musica ist für Luther „vox viva evangelii“, lebendige Stimme des Evangeliums. „Nach der Theologie ist keine Kunst der Musik gleich zu stellen… Sie schenkt ein ruhiges und fröhliches Herz.“ (Brief an Ludwig Senfl, 1530)
Drei Orgeltakte Toccata. Fünf Paukenschläge, gefolgt von „jauchzet, frohlocket“: Der Bauch kitzelt, das Herz hüpft und schon ist es um einen geschehen. Gut, mancher goes lieber Gospel oder raps Jesus. Aber Musik schlüpft stets Ohrmuschelwärts in die Seele. Sie berührt und bewegt, besonders wenn sie selbst gemacht ist. Über 12.000 Menschen musizieren, spielen, singen in unseren Pfälzischen Kirchen. Allermeist ehrenamtlich, für Gottes Lohn und Menschen Freude.
Obwohl. Es ist nicht alles die reine Freude. Bei all den Kantoreien, Bläserchören und sogar Pfälzer Gospelchören, bei denen man sich nicht fremdschämen muss: Es gibt Orte, die einfach alt aussehen. „De Kärchechor werd langsam so alt wie unsre Stimme.“ Nachwuchssorgen. „Seit Johre orschelt hier niemand mehr, alles kommt vom Band.“ Anders bei dem Kollegen, der sich kurz vor dem Radiogottesdienst in seinem Thüringer Dorf entschuldigt: „Wir singen nicht perfekt.“ „Erwartet niemand“, sage ich, „Hauptsache mit Herz“. „Schon“, meint er, „aber unsere Organistin hat seit kurzem nur noch ein Bein“.
Nein, nicht überall geht es so makaber zu. Und viele mühen sich redlich. Die tapfer klampfende Pfarrerin, die mit drei Griffen und ebenso vielen Gemeindegliedern eine eher fragile „feste Burg“ anstimmt. Der Playback-Pfarrer, der seine Playlists per Pod in der Talartasche trägt. Der Organist, der Taizé-Lieder nur Tutti begleitet und das so langsam, dass alle beim Singen blau anlaufen. „Ubi caritas.“ Du liebe Güte.
„Das waren ja wieder nur neue Lieder!“ Eine Beschwerde, die - so kommentierte jüngst eine Kollegin - „auf 80 Prozent aller Lieder im Gesangbuch zutrifft“. Eine unendliche Geschichte: Neues Liedgut oder Liedschlecht, das oft auf Kirchentagssspuren versucht, im Gesangbuch zu landen. Was endlich drin steht, wird ewig nicht gesungen und ist bald eines nicht mehr: modern. Manches Lied verliert sich auch unterwegs, zu Recht. Nein, keine Beispiele. Die überlasse ich den Kommentatoren gleich im Anschluss.
Nur eines noch: Auch Altbewährtes können Christenmenschen heute nicht mehr so einfach singen und sagen. Oft übersetze ich mir beim Singen historisch-kritisch all die „Kreuz-Sünd-Tod-Teufel“-Strophen. Oder versuche mich bei „La-La-La-Schäflein-Gras-Ufer“-Lyrik wenigstens an der Melodie zu erfreuen. Während mein unverdorben untheologischer Ehemann neben mir knurrt „geht ja gar nicht!“
Es ist nicht leicht, die richtigen Texte und Töne zu treffen. Schon gar nicht für jeden. „Ihre Worte in der Predigt waren so gut, aber gibt’s keine besseren Songs?“ Auch diesen Satz habe ich schon gehört. Tja, wie viel Harmonie und Polyphonie darf´s denn nun sein in der Kirche...
Was wird Ihre und Eure liebste Kirchenmusik 2012?
Gleich hier unten auf die Kommentarwolke klicken...
Haste Töne - 10 ungeordnete „Hits“:
10. Kirchenmusik 3.0
Bleiben Sie frech und fröhlich.
Ihre Mechthild Werner

